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„Dieser Diesel-Gipfel war erst der Anfang einer langfristigen Entwicklung hin zu einer neuen Mobilität“, so fasst Dr. Jens Katzek die Ergebnisse des mit Spannung erwarteten Gipfels und dessen Ergebnisse zusammen. „Die Erwartungen an den Gipfel waren hoch. Und das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, es gehen davon auch gleich mehrere wichtige Signale für Leipzig aus“, so Katzek. Dazu gehören:

1. Stärkung der Elektromobilität: Die Debatte um den Diesel führt zu sinkenden Absatzzahlen in diesem Segment und erhöht die Sensibilität für CO2-neutrale Antriebssysteme wie die Elektromobilität. Leipzig hat mit zwei Automobilherstellern, die in diesem Bereich tätig sind, eine gute Ausgangslage. Der von mir vorgeschlagene Plan „Elektro Valley Sachsen“ hat zum Ziel, die verschiedenen Initiativen stärker zu bündeln. Es geht darum, wie wir unsere Stärken im Bereich der Elektromobilität und das Fahrzeug der Zukunft konsequent ausbauen. Investitionen in zukunftsträchtige Technologien tätigen, die Arbeitsplätze schaffen und die Umwelt schonen! Der Präsident des Automobilverbandes, Wissmann, hat darauf hingewiesen, dass Hersteller und Zulieferer in den nächsten 4 Jahren fast 40 Mrd. € in die Elektromobilität investieren. Gute Voraussetzungen für das von mir vorgeschlagene Forschungszentrum in Leipzig.

2. Kategorische Dieselfahrverbote sind vom Tisch! Das ist insbesondere für Pendler, kleine Handwerker und die Betroffenen im ländlichen Raum von enormer Wichtigkeit.

3. Es wurde ein 500 Mio. Fond für den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs vereinbart, der zu jeweils 50% von der Industrie und vom Bund gezahlt wird. Dieses Geld können wir u.a. für die Anschaffung von Elektrobussen verwenden. Gerade Leipzig mit seinen steigenden ÖPNV-Ausgaben braucht Entlastungen wo immer diese möglich sind.

„Wie immer, wenn die Erwartungen an Verhandlungen hoch sind: Vielen reichen die Ergebnisse nicht. Man kann sich gerne darüber streiten, ob das Glas halb voll oder halb leer ist – ich schaue erst mal auf die konkreten Ergebnisse“, so Katzek. Fakt ist, dass weit über 5 Mio. der auf dem Markt befindlichen Dieselfahrzeuge, die die EuroNorm 5 bzw. 6 erfüllen, nachgerüstet werden. Damit soll sich der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) um 25-30% reduzieren. Fakt ist, dass die Kosten dafür die Unternehmen zahlen. Fakt ist: Die Hersteller müssen die Wirksamkeit der Updates nachweisen. Und es wurde erreicht, dass die Firmen an Altwagenbesitzer (Euro 4 und älter) beim Wechsel zusätzliche Kaufprämien in Höhe von mehreren tausend Euro zahlen.

Parallel dazu brauchen wir die konsequente Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren und eine bessere Verkehrsführung in den Innenstädten, um die ambitionierten CO2-Reduktionsziele bis 2020 zu erreichen. Außerdem brauchen wir eine Mobilitätsstrategie, um die unterschiedlichen Verkehrsträger effektiver miteinander zu verbinden.

So wird ein Schuh draus! Denn Deutschland kann mehr!