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Zu Diskussion um die Überarbeitung der Keramikrichtlinie 84/500/EWG und einer Absenkung der Grenzwerte für Blei und Cadmium erklärt der Bundestagskandidat der SPD für den Wahlkreis Leipzig-Süd, Dr. Jens Katzek (SPD):

Katzek: „Verbraucherschutz ist ein hohes Gut. Keine Frage. Aber die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission haben mit Verbraucherschutz wenig zu tun und sind z.B. für die Meissner Porzellanmanufaktur existenzgefährdend.“

Konkret geht es in der Diskussion um die Reduktion der Grenzwerte für Blei und für Cadmium um den Faktor 400 bzw. 60. Sollten die Kobalt-Grenzwerte in der diskutierten Höhe, festgeschrieben werden, droht der Wegfall nahezu aller Blautöne.

„Wieso Fleisch und Fisch 10- bzw. 30fach höhere Bleimengen enthalten darf, als die Farben auf dem Geschirr, die wir nicht „mitessen“, bleibt mir ein vollkommenes Rätsel – obgleich ich als Naturwissenschaftler und Biochemiker eine Menge von Toxikologie verstehe“, so Katzek. Selbst für Babynahrung ist der Grenzwert noch doppelt so hoch wie im Fall des erlaubten „Auswaschens“ aus den Geschirrfarben.

Klar ist, dass die vorgeschlagenen Grenzwerte so niedrig angesetzt sind, dass dadurch mehr als 50 % der keramischen Farben und insbesondere die Aufglasurfarben, wie sie für das hochwertige Meissner Porzellan typisch sind, nicht mehr eingesetzt werden können. Farben, die über Jahrhunderte in der traditionsreichen Handmalerei genutzt werden.

Auch das neue Testverfahren wird verkompliziert und verteuert. „Man hat fast das Gefühl, Prüfinstitute haben hier gute Lobby-Arbeit geleistet“, so Katzek. Die etablierten und in Deutschland vorhandenen Analyseinstrumente reichen jedenfalls nicht mehr aus. „Meine Botschaft ist glasklar: Finger weg vom Meissner Porzellan!“, so Katzek.